WisszeitVG: Wie Deutschland eigene Spitzenforschende verprellt (Rede im Bundestag)
Meine Rede im Bundestag zur ersten Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Modernisierung des Befristungsrechts im Wissenschaftsbereich (Drucksache 21/8281).
Deutschland bildet Spitzenforschende aus – und andere Länder freuen sich über unsere Talente?
Bei meiner Reise nach Ankara habe ich Prof. Thomas Zimmermann kennengelernt. Er ist einer von denen, die Deutschland den Rücken gekehrt haben. Warum? Weil ihm die Verlässlichkeit gefehlt hat.
Ein ziemlich bitteres Zeugnis für unser Wissenschaftssystem. Und das Gesetz, das wir dazu gerade im Bundestag beraten, soll die Karrierewege endlich ‚modernisieren‘? Schön wär’s. Was dort beschlossen werden soll, ist eher ein Fall für die Archäologie und allenfalls ein mutloser Minimalkompromiss.
Wir Grüne wollen einen Systemwechsel: Planbare Karrierewege müssen der Normalfall werden, nicht die Ausnahme. Dafür fordern wir mindestens vier Jahre Vertragslaufzeit für die Promotion, verlässliche Karrierewege nach der Promotion und Dauerstellen für Daueraufgaben. Denn wenn wir Spitzenforschende ausbilden und sie mangels Perspektiven verlieren, verschwenden wir Steuergeld und Innovationspotenzial.