Wasserkrise im Rheingau: MdB Ayşe Asar fordert nachhaltiges Wassermanagement und Auenrenaturierung (Pressemitteilung)

Die anhaltende Trockenheit sorgt für ungewöhnlich niedrige Wasserstände am Rhein. Am Pegel Oestrich wurden zuletzt nur 52 Zentimeter gemessen, zu einem Zeitpunkt im Jahr, an dem Niedrigwasser normalerweise noch kein akutes Thema ist. Gerne dürfen Sie aus dem folgenden Statement von Ayşe Asar zitieren.

Zum niedrigen Rheinpegelstand im Rheingau erklärt Ayşe Asar, Mitglied des Deutschen Bundestages:

„Regen allein wird die Lage kurzfristig nicht entspannen. Nach langen Trockenphasen sind die Böden derart ausgetrocknet, dass sie Wasser kaum noch wie ein Schwamm aufnehmen können. Der Niederschlag fließt oft ungenutzt ab. Deshalb müssen wir uns jetzt intensiv mit der Frage beschäftigen, wie wir das Wasser nachhaltig und länger in der Landschaft und im Boden halten können.

Zentrale Stellschrauben im Umgang mit dieser Bedrohung für den Weinanbau und die Logistik sind Maßnahmen zur Wiedervernässung sowie die gezielte Renaturierung entlang des Rheins und seiner Nebenflüsse. Diese ökologischen Anpassungen sind politisch und verwaltungstechnisch anspruchsvoller als punktuelle Einzelmaßnahmen, jedoch alternativlos für eine langfristige Wassersicherheit im Rheingau.

Besondere Sorge bereitet mir die Situation der regionalen Landwirtschaft und des traditionellen Wirtschaftszweigs der Region. Die Reben im Rheingau sind gerade in den entscheidenden Reifephasen im Hochsommer auf eine stabile Grundwasserversorgung angewiesen. Wenn die Grundwasserneubildung dauerhaft hinter dem Verbrauch zurückbleibt, gefährdet das nicht nur einzelne Jahrgangsernten, sondern die Zukunftsfähigkeit des heimischen Weinbaus insgesamt.

Neben der Landwirtschaft trifft die Trockenheit auch die Schifffahrt auf dem Rhein empfindlich. Sinkende Pegel bedeuten geringere Abladetiefen für Binnenschiffe, was zu logistischen Engpässen, höheren Transportkosten und zusätzlichen Belastungen für die heimische Wirtschaft führt.

Wenn wir die Wasserkrise wirklich nachhaltig lösen wollen, müssen wir an die großen Stellschrauben heran. Wir brauchen mehr Transparenz bei der Wassernutzung durch Landwirtschaft, Industrie und Tourismus sowie eine faire Bepreisung, die den tatsächlichen Wert dieser lebenswichtigen Ressource widerspiegelt. Gleichzeitig dürfen wir unserer Wirtschaft und dem Weinbau keine unnötigen Hürden auferlegen. Wir müssen Wirtschaft, Weinbau und Wasser konsequent zusammendenken. Es geht um die Ressourcen künftiger Generationen, und diese sind endlich.“

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