Aktuelle BAföG-Zahlen belegen dringenden Reformbedarf (Pressemitteilung)

Die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten BAföG-Zahlen zeigen erneut, dass die staatliche Ausbildungsförderung immer weniger junge Menschen erreicht. Deshalb hat die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen bereits im Oktober vergangenen Jahres den Antrag „Bildung bezahlbar machen: BAföG-Reform jetzt“ in den Deutschen Bundestag eingebracht. Darin fordern wir unter anderem höhere und automatisch angepasste Bedarfssätze, eine am regionalen Mietniveau orientierte Wohnkostenpauschale und den Abbau bürokratischer Hürden.

Zu den heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten BAföG-Zahlen für das Jahr 2025 erklärt Ayşe Asar, Sprecherin für Forschung, Technologie und Raumfahrt der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen:

„Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen das Ausmaß des bildungspolitischen Versagens dieser Bundesregierung. Die Zahl der BAföG-Empfängerinnen und -Empfänger ist im Jahr 2025 um 7 Prozent auf nur noch 570.000 gesunken. Bei den Studierenden beträgt der Rückgang sogar ganze 8 Prozent. Das ist der niedrigste Stand seit dem Jahr 2000.

Während die Lebenshaltungskosten und Mieten für Studierende unaufhaltsam steigen, zieht sich der Bund immer weiter aus der Ausbildungsförderung zurück: Die Ausgaben für BAföG-Leistungen sanken 2025 um 118 Millionen Euro. Dass gleichzeitig knapp 38 Prozent der Studierenden in Deutschland als armutsgefährdet gelten, wobei es bei WG- und Alleinwohnenden sogar dramatische 76 Prozent sind, macht das Ausbremsen der BAföG-Reform durch die schwarz-rote Bundesregierung zu einem sozialpolitischen Skandal und offenbart den dringenden Handlungsbedarf bei der staatlichen Ausbildungsförderung.

Während Mieten und Lebenshaltungskosten weiter steigen, kürzt die Bundesregierung bei der Ausbildungsförderung und lässt die junge Generation im Stich. Der Gesetzentwurf zur Novellierung des BAföG, der nach langer Verzögerung nun im August durch das Kabinett gehen soll, ist eine Mogelpackung, die neue Hürden aufbaut, statt Studierende heute und sofort spürbar zu entlasten. Wir brauchen jetzt eine automatische, dynamische Anpassung der Sätze und eine Wohnkostenpauschale, die der Mietrealität gerecht wird. Wer 1,6 Milliarden Euro für einen zweimonatigen Tankrabatt bereitstellen kann, der nachweislich primär den Mineralölkonzernen zugutekam, aber gleichzeitig beim BAföG spart, spart an der Zukunftsfähigkeit unseres Landes.“

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