Exzellenzuniversitäten: Starkes Signal für den Wissenschaftsstandort: Verfahren jetzt reformieren (Pressemitteilung)
Zur Entscheidung der Exzellenzkommission über die neuen Exzellenzuniversitäten und -verbünde erklärt Ayse Asar, Sprecherin für Forschung, Technologie und Raumfahrt der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen:
„Ich gratuliere allen ausgezeichneten Universitäten und Verbünden herzlich. Die Entscheidung zeigt, wie leistungsstark und vielfältig die deutsche Wissenschaft ist. Gerade jetzt, wo Wissenschaftsfreiheit weltweit unter Druck gerät, ist das ein Standortvorteil, den wir pflegen müssen.
Exzellenzinitiative und Exzellenzstrategie haben das Wissenschaftssystem in zwanzig Jahren spürbar verändert: Universitäten haben ihre Profile geschärft, arbeiten enger mit außeruniversitären Partnern zusammen und sind international sichtbarer geworden.
Erfolg der Rhein-Main-Universitäten
Als Hessin freue ich mich ganz besonders über den Erfolg der Rhein-Main-Universitäten. Die Idee dieser Allianz von Goethe-Universität Frankfurt, Technische Universität Darmstadt und Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist vor rund elf Jahren entstanden. In der letzten Legislatur durfte ich sie als Staatssekretärin gemeinsam mit der damaligen Ministerin Angela Dorn unterstützen. Dass daraus nun ein länderübergreifender Exzellenzverbund wird und der Titel erstmals nach Hessen geht, zeigt: Langfristige Kooperation über Hochschul- und Ländergrenzen hinweg zahlt sich aus.
Zugleich bedauere ich sehr, dass die Justus-Liebig-Universität Gießen und die Philipps-Universität Marburg mit ihrem Verbund H_CORE nicht zum Zuge gekommen sind. Mit vier Exzellenzclustern haben beide Universitäten ihre Spitzenforschung eindrucksvoll bewiesen. Sie hätten den Titel ebenfalls verdient. Das Land ist jetzt gefordert, die in Mittelhessen gewachsenen Strukturen weiter zu stärken.
Hoher Reformbedarf
Der heutige Tag zeigt aber auch den Reformbedarf. Das Verfahren ist ausgeufert: Jahrelange Antragsarbeit bindet die Zeit hunderter Forschender, und sechs von elf Bewerbern gehen heute trotz hervorragender Konzepte leer aus. Die von Bund und Ländern vereinbarte externe Evaluation muss deshalb zügig kommen und zu schlankeren Verfahren führen. Und: Spitzenförderung ersetzt keine verlässliche Grundfinanzierung. Exzellenz braucht eine starke Breite – in Forschung und Lehre.“