WissZeitVG: Mutloser Minimalkompromiss

Der gestern vorgelegte Referentenentwurf zum WissZeitVG ist ein überfälliger Schritt – bleibt aber ein mutloser Minimalkompromiss:

Offenbar hat die Koalition ein Jahr gebraucht, um ein „Best of“ des letzten Ampel-Entwurfs zusammenzustellen und dabei Entscheidendes vergessen: Mindestvertragslaufzeiten für Studierende fehlen, die Tarifsperre bleibt bestehen, und vor allem im Postdoc-Bereich wird Unsicherheit weiter zementiert. So, als hätte es die Empfehlungen des Wissenschaftsrats nie gegeben.

In ihrer Antwort auf unsere Kleine Anfrage (https://dserver.bundestag.de/btd/21/056/2105695.pdf) verspricht das Ministerium ein „Bündel an Maßnahmen“ für attraktivere Karrierewege. Doch die bekannten Schlagworte – Mittelbau-Strategie, Ausbau des Tenure-Track-Programms – bleiben bislang inhaltsleer. Wer genauer hinschaut, findet wenig Substanz. 

Der Zeitpunkt der Vorlage wirkt daher weniger wie ein Aufbruch für bessere Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft, sondern eher wie ein Ablenkungsmanöver von den Problemen rund um die drohende BAföG-Pleite.

Für uns ist klar: Gute Arbeit in der Wissenschaft braucht klare Perspektiven. Wir werden im Bundestag konkrete Vorschläge einbringen, damit die Leitlinie „Dauerstellen für Daueraufgaben“ endlich Realität wird.

Presse-Echo:

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