Schluss mit der Blockade – Bundesregierung muss BAföG an Lebensrealität anpassen (Pressemitteilung)
Berlin, 12.06.2026 Ayse Asar, hochschulpolitische Sprecherin der Grünen Bundestagsfraktion aus Hessen zur Blockade der BAföG Reform:
“Nach monatelangem Koalitionsstreit um die Finanzierung der BAföG Reform hätte die Schwarz-Rote Koalition gestern die Gelegenheit gehabt, zu zeigen, was ihre Versprechen wert sind. Die Ablehnung unseres BAföG-Reformantrags im Bundestag ist ein fatales Signal für die Studierenden in Hessen und ganz Deutschland. In Hochschulstädten wie Gießen, Geisenheim oder Darmstadt spitzt sich die Lage immer weiter zu: Mieten steigen, Lebenshaltungskosten explodieren, und gleichzeitig bleibt die staatliche Unterstützung hinter der Realität zurück.
Viele Studierende müssen mit weniger als 850 Euro im Monat auskommen, während ein WG-Zimmer oft schon über 500 Euro kostet. Das ist kein Einzelfall, sondern Alltag. Drei Viertel der Studierenden außerhalb des Elternhauses gelten mittlerweile als armutsgefährdet. Wer unter solchen Bedingungen studiert, kämpft nicht nur um einen Abschluss, sondern ums tägliche Auskommen.
Dass unser Vorschlag für eine BAföG-Reform im Bundestag abgelehnt wurde, zeigt, dass Union und SPD die Lebensrealität junger Menschen aus dem Blick verloren haben. Für kurzfristige Entlastungen wie den Tankrabatt standen Milliarden bereit, für die Fachkräfte von morgen offenbar nicht. Diese Prioritätensetzung ist weder sozial noch wirtschaftlich verantwortbar.
Dabei ist klar: Investitionen in Bildung zahlen sich auch volkswirtschaftlich aus. Trotzdem blockiert die Union, während die SPD Bildungsgerechtigkeit zur Verhandlungsmasse macht.
Wir fordern noch in diesem Jahr eine spürbare Erhöhung des Grundbedarfs und eine realistische Anpassung der Wohnkostenpauschale. Gleichzeitig muss das BAföG strukturell reformiert werden: mit einer automatischen Anpassung an die Inflation, einer direkten Auszahlung des Kindergelds an Studierende, einer Studienstarthilfe von 1.000 Euro und einem digitalen, unbürokratischen Antragsverfahren.
Bildung darf nicht am Geldbeutel scheitern – und schon gar nicht an politischer Blockade. Die Studierenden in Hessen erwarten zu Recht, dass die Bundesregierung endlich handelt.”