„Bundesregierung muss Wissenschaftsfreiheit international und in Deutschland entschlossen verteidigen“ (Pressenmitteilung)
Zu den heute veröffentlichten Ergebnissen des Academic Freedom Index 2026 erklärt Ayse Asar, Sprecherin für Forschung, Technologie und Raumfahrt:
„Der aktuelle Academic Freedom Index zeigt, dass die Wissenschaftsfreiheit weltweit massiv unter Druck steht. Die diesjährige Auswertung macht zudem klar, wie zentral die institutionelle Autonomie von Hochschulen für die Freiheit einzelner Wissenschaftler*innen ist. Besonders drastisch ist die Entwicklung in den USA, wo der Index einen außergewöhnlich schnellen und tiefen Einbruch der Hochschulautonomie dokumentiert. Deutschland gehört zwar weiterhin zu den Ländern mit hoher Wissenschaftsfreiheit, aber die Ergebnisse zeigen, dass es auch hier Rückgänge gibt.
Die Bundesregierung muss aus diesen Ergebnissen konkrete Konsequenzen ziehen, international und in Deutschland. In den USA sehen wir derzeit, wie eine Regierung Forschungseinrichtungen mit der Androhung von Mittelkürzungen und eingefrorenen Programmen politisch unter Druck setzt. Wenn eine Partei wie die AfD in Sachsen-Anhalt in ihrem Wahlprogramm die Abschaffung von Gender Studies fordert oder einzelne Forschungseinrichtungen mit Kampagnen und Anfragen gezielt unter Druck setzt, zeigt das, dass auch wir in Deutschland nicht vor autoritären Tendenzen gefeit sind. Der Academic Freedom Index 2026 ist ein Weckruf: Wissenschaftsfreiheit ist kein Luxusgut, das man in Krisenzeiten zur Disposition stellen kann. Eine stabile und dauerhafte Finanzierung macht Wissenschaft unabhängig und widerstandsfähig gegen politischen Druck. Eine noch so groß gefeierte Hochglanz Hightech Agenda kann die verlässliche und auskömmliche Grundfinanzierung der Wissenschaft nur ergänzen, aber niemals ersetzen.“